MUSIKTHEORIE

Die Musiktheorie ist ein Teilgebiet der Musikwissenschaft, das sich heute vor allem mit Harmonielehre, Kontrapunkt und Formenlehre befasst.

Von der Antike bis zum Mittelalter hatten praktisch-ausführende und theoretische Musiker wenig oder gar nichts miteinander zu tun. Während die praktische Musikausübung (wozu auch die Komposition gehörte) den Charakter eines Lehrberufs hatte und im Ansehen entsprechend niedrig stand, wurde die theoretische Musik (lat. Musica) innerhalb der „Sieben Freien Künste“ zum höher stehenden mathematischen Zweig, dem „Quadrivium“, gerechnet. Die Musiktheoretiker beschäftigten sich hauptsächlich mit mathematischen, kosmologischen und religiösen Betrachtungen, die sie in rein theoretischer Weise auf Tonleitern und Rhythmen bezogen, ohne dass aus diesen Betrachtungen jemals klingende Musik entstanden wäre. Mit den legendären Berichten über Pythagoras in der Schmiede wurde Pythagoras von Samos, spätestens seit der Spätantike, die Erfindung der theoretischen Musik zugeschrieben.

Erst mit der Entstehung der Mehrstimmigkeit im Mittelalter begannen sich Theorie und Praxis mehr miteinander zu befassen; erstmals gab es auch Persönlichkeiten, die Theoretiker und Komponisten waren (zum Beispiel Léonin, Pérotin). In den folgenden Jahrhunderten bildeten sich theoretisch fundierte Kompositionslehren heraus, die mit der jeweiligen Musikpraxis in vielfältiger Wechselwirkung standen.

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